Geldpolitik

UBS bleibt dabei: SNB erhöht den Leitzins im März und Juni 2027, die Märkte rechnen später

4. November 2026, 14:27 Uhr · 2 Min. Lesezeit · Redaktion TVinvestment

Die Ökonomen der UBS erwarten zwei Zinsschritte der Nationalbank in der ersten Jahreshälfte 2027. Damit liegen sie vor den Marktpreisen, die den ersten Schritt erst im Juni sehen. Raiffeisen und BAK Economics halten sogar den Dezember für möglich.

Die SNB belässt ihren Leitzins seit Sommer 2025 bei 0 %. Nach dem Sprung der Schweizer Teuerung auf 1,5 % im Oktober wird nun über das Ende dieser Phase gestritten. Die UBS legt sich fest: Laut einem Bericht von cash.ch vom 4. November rechnet sie mit je einem Schritt um 0,25 Prozentpunkte im März und im Juni 2027. Der Leitzins läge dann bei 0,5 %. Dieselben Termine hatte die Grossbank schon nach dem SNB-Entscheid vom 24. September genannt.

Auslastung statt Ölpreis als Begründung

Die Argumentation stützt sich weniger auf den aktuellen Energieschub als auf die Konjunktur. Die Schweizer Wirtschaft nähert sich laut UBS der vollen Kapazitätsauslastung und profitiert von einer solide wachsenden Weltwirtschaft. Das dürfte die Teuerung über sogenannte Zweitrundeneffekte antreiben, also wenn höhere Kosten in Löhne und weitere Preise übergehen. Fed und EZB dürften ihre Zinsen zudem noch anheben. Das vergrössert den Zinsabstand zur Schweiz, mindert den Aufwertungsdruck auf den Franken und gibt der SNB Spielraum.

Ein Risiko sieht die Bank bei der Energie: Entspannen sich die Märkte und sinkt der Ölpreis, könnte der Inflationsdruck nachlassen. Tatsächlich ist der Oktoberwert stark vom Öl geprägt. Erdölprodukte kosteten 40 % mehr als ein Jahr zuvor, ohne diesen Effekt läge die Teuerung bei 0,6 %. Die Kernteuerung, die Energie, Treibstoffe und saisonale Produkte ausklammert, verharrte bei 0,5 %.

Prognosen gehen weit auseinander

Der nächste Entscheid steht am 10. Dezember an. Die meisten Ökonomen erwarten dann noch keinen Schritt. Raiffeisen und BAK Economics sehen ihn dagegen schon im Dezember, Lombard Odier nannte diesen Termin bereits im September. Die Bank Syz sieht die erste Erhöhung im ersten Quartal 2027, die Zürcher Kantonalbank erwartete im September Schritte ab März bis höchstens 0,75 %.

Der Markt ist vorsichtiger als die UBS. Laut dem Datenanbieter Derivox sind Erhöhungen um je 0,25 Prozentpunkte für Juni und September 2027 eingepreist.

UBS erwartet festeren Franken

Trotz höherer Zinsen anderswo erwartet die UBS mittelfristig einen festeren Franken, vor allem zum Dollar. Dieser soll von aktuell 0,8177 Franken bis März 2027 auf 0,79 und bis September 2027 auf 0,77 Franken fallen. Den Euro sieht sie im März bei 0,93 und im September bei 0,92 Franken, nach zuletzt 0,9194 Franken.

Quellen

  1. UBS-Ökonomen sehen baldige SNB-Zinserhöhung (04.11.2026) – cash.ch
  2. Schweizer Inflation steigt auf 1,5 Prozent (04.11.2026) – Head Topics
  3. «Der Franken ist derzeit ein Verbündeter der SNB» - Experten zum Zinsentscheid der Schweizerischen Nationalbank (24.09.2026) – cash.ch
  4. Raiffeisen: growth stronger than expected, the SNB will now raise interest rates (08.10.2026) – Swissinfo

Dieser Artikel wurde mit KI-Unterstützung aus den genannten Quellen recherchiert und in eigenen Worten verfasst. Er dient der Information und ist keine Anlageberatung.