US-Autoverband drängt auf Verbot chinesischer Autos: Die Klausel im Entwurf könnte auch Mercedes treffen
Die grossen Autohersteller in den USA fordern vom Kongress ein dauerhaftes Verbot chinesischer Fahrzeuge, noch vor Jahresende. Der Verband warnt vor Überwachungsrisiken und einer Importflut. Der Entwurf hat parteiübergreifend Rückhalt, doch eine Klausel könnte auch Mercedes-Benz treffen.
Die Alliance for Automotive Innovation, die unter anderem General Motors, Toyota und Volkswagen vertritt, wandte sich am 2. November an die Abgeordneten. Der US-Markt müsse vor einer Flut chinesischer Importe mit Überwachungsrisiken geschützt werden, sagte Verbandschef John Bozzella laut Korea Times. In der EU seien in den ersten acht Monaten 2026 über 1,1 Millionen Fahrzeuge aus China eingeführt worden, mehr als im ganzen Jahr 2025.
Der Kongress tritt nach den Zwischenwahlen vom 3. November zu einer kurzen Sitzung zusammen. Befürworter hoffen auf eine Verabschiedung bis Dezember. Beobachter fürchten laut dem Bericht, die Zeit könnte knapp werden, falls die Demokraten die Kontrolle gewinnen.
Was im Gesetz steht
Der Connected Vehicle Security Act stammt von den Senatoren Bernie Moreno (Republikaner) und Elissa Slotkin (Demokraten). Der Handelsausschuss des Senats hat ihn im Juli gebilligt, die Fassung im Repräsentantenhaus zählt über 100 Mitunterzeichner. Vernetzte Fahrzeuge sowie Software und Hardware mit Bezug zu China, Russland, Iran und Nordkorea dürften nicht mehr importiert, gebaut oder verkauft werden. Laut Tech Times drohen pro Verstoss mindestens 1,5 Mio. Dollar (CHF 1,2 Mio.) Busse.
Schon heute sperrt eine Regel des Handelsministeriums vom Januar 2025 chinesische Hersteller faktisch aus dem US-Pkw-Markt aus. Sie ist aber nur eine Verwaltungsvorschrift und könnte geändert werden. Ein Gesetz würde das Verbot festschreiben. Hinzu kommen US-Zölle von über 100 % auf chinesische Elektroautos.
Die 15-Prozent-Schwelle
Heikel ist eine Eigentümerklausel: Sie zieht die Grenze laut Tech Times bei 15 % chinesischer Beteiligung. Bei Mercedes-Benz halten BAIC 9,98 % und der Geely-Gründer Li Shufu 9,69 %, zusammen also 19,67 %. Senator Ted Cruz, Vorsitzender des Ausschusses, sagte, ein Verbot von Mercedes komme nicht infrage, die Klausel müsse angepasst werden. Mercedes wirbt für eine Grenze von 25 % und unterstützt den Entwurf nach eigenen Angaben weiterhin.
Unsicher ist auch die Haltung des Weissen Hauses. Präsident Donald Trump sagte im September gegenüber Fox News, er würde akzeptieren, wenn chinesische Hersteller in den USA bauten. Das beunruhigte die Branche. Das chinesische Aussenministerium kritisiert solche Vorschläge als ungerechtfertigte Unterdrückung.
Quellen
- Major automakers urge US Congress to pass permanent ban on Chinese vehicles (03.11.2026) – The Korea Times
- Automakers to Congress: Ban Chinese connected vehicles (03.09.2026) – Alliance for Automotive Innovation
- Chinese Vehicle Ban Bill Cleared Committee: Mercedes May Be Its First Casualty (04.09.2026) – Tech Times
- US-Midterms: Trump schaltet im Wahlstreit um Kalifornien Supreme Court ein (02.11.2026) – Handelsblatt
Dieser Artikel wurde mit KI-Unterstützung aus den genannten Quellen recherchiert und in eigenen Worten verfasst. Er dient der Information und ist keine Anlageberatung.