US-Zwischenwahlen: Beide Parteien werben mit einer Obergrenze für Kreditkartenzinsen
Kurz vor den Zwischenwahlen vom 3. November setzen Demokraten und Republikaner auf ein seltenes gemeinsames Thema: teure Kreditkarten. Gefordert wird eine Zinsgrenze von 10 %. Die grossen Banken warnen vor den Folgen.
Wer in den USA mit der Kreditkarte Schulden macht, zahlt im Durchschnitt mehr als 20 % Zins pro Jahr. Das ist rund doppelt so viel wie vor zehn Jahren. Wie die Nachrichtenagentur Bloomberg am 31. Oktober berichtet, greifen Kandidaten beider Parteien diesen Ärger der Wähler im Wahlkampf auf. In mehreren knappen Rennen um die Kontrolle des Kongresses ist die Forderung nach einer Zinsobergrenze ein Wahlkampfthema.
Auf demokratischer Seite unterstützen etwa Alexandria Ocasio-Cortez und Bernie Sanders eine Grenze von 10 %. Die Abgeordnete Angie Nixon aus Florida fordert sogar 8 %. Bei den Republikanern steht die Abgeordnete Anna Paulina Luna hinter einem überparteilichen Gesetzesvorschlag. Präsident Donald Trump hatte im Januar 2026 eine einjährige Grenze von 10 % gefordert, die ab dem 20. Januar gelten sollte. In Kraft trat sie nie. Laut Medienberichten hat sich das Weisse Haus inzwischen von einer festen Obergrenze distanziert.
Gesetzesvorschläge stecken fest
Im Kongress liegen seit 2025 zwei entsprechende Vorstösse. Im Senat brachten Sanders und der Republikaner Josh Hawley im Februar 2025 einen Entwurf ein, im Repräsentantenhaus folgten Ocasio-Cortez und Luna im März 2025. Beide Vorlagen liegen gemäss dem Stand vom September noch in den Ausschüssen, ohne Anhörung oder Abstimmung. Rückhalt in der Bevölkerung gibt es dennoch: In einer Umfrage von Harvard CAPS/Harris vom Mai unterstützten 72 % der registrierten Wähler eine einjährige Grenze von 10 %, quer durch beide Lager.
Der Druck auf die Haushalte wächst. Laut der Federal Reserve Bank of New York stiegen die Kreditkartenschulden im zweiten Quartal 2026 um 21 Mrd. Dollar (CHF 17 Mrd.) auf 1,26 Billionen Dollar (CHF 1040 Mrd.). Gegenüber dem Vorjahr beträgt das Plus 54 Mrd. Dollar (CHF 45 Mrd.). Der Anteil der Kartensalden, die in einen schweren Zahlungsverzug von über 90 Tagen rutschen, lag bei 6,97 %.
Banken sehen ein Risiko für das Kreditangebot
Die Finanzbranche lehnt eine Obergrenze klar ab. JPMorgan-Chef Jamie Dimon nannte den Vorschlag eine wirtschaftliche Katastrophe. Die Bankenvereinigung American Bankers Association schätzte im Januar, dass bei einer Grenze von 10 % zwischen 74 % und 85 % der offenen Kreditkartenkonten geschlossen oder gekürzt werden könnten. Betroffen wären 137 bis 159 Millionen Karteninhaber. Befürworter verweisen dagegen auf eine Analyse des Vanderbilt Policy Accelerator, die Einsparungen für Konsumenten von rund 100 Mrd. Dollar (CHF 82 Mrd.) pro Jahr errechnet.
Quellen
- US Midterm Candidates Tap Rare Bipartisan Issue: Credit Card Rates (31.10.2026) – Bloomberg via Briefs Finance
- Is the 10% Credit Card Interest Cap Real? 2026 Status (24.09.2026) – Advora
- Household Debt Report Q2 2026 (11.08.2026) – Federal Reserve Bank of New York
Dieser Artikel wurde mit KI-Unterstützung aus den genannten Quellen recherchiert und in eigenen Worten verfasst. Er dient der Information und ist keine Anlageberatung.