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USA steuern auf Streit um die Schuldengrenze zu: Limite von 41 100 Mrd. Dollar (CHF 33 600 Mrd.) rückt näher

4. November 2026, 20:24 Uhr · 2 Min. Lesezeit · Redaktion TVinvestment

Nach dem Wahlsieg der Demokraten warnen Strategen an der Wall Street vor einem harten Konflikt um die US-Schuldenobergrenze im Jahr 2027. Für den Anleihenmarkt könnte das zur nächsten Belastung werden, der Zeitplan ist aber noch unsicher.

Kaum sind die Zwischenwahlen vorbei, rückt an den Finanzmärkten das nächste Risiko in den Blick. Laut Bloomberg warnen Wall-Street-Strategen, die Rückkehr einer geteilten Regierung könne den Anleihenmarkt im kommenden Jahr stören, weil sie den Boden für einen erbitterten Streit um die Schuldenobergrenze bereite.

Die gesetzliche Limite liegt bei 41 100 Mrd. Dollar (CHF 33 600 Mrd.). Der Kongress hatte sie im Juli 2025 um 5000 Mrd. Dollar (CHF 4100 Mrd.) erhöht. Die Gesamtschulden der USA überstiegen im August erstmals 40 000 Mrd. Dollar (CHF 32 700 Mrd.), wie das Fachmedium Roll Call berichtete. Im September lagen sie bei 40 100 Mrd. Dollar (CHF 32 800 Mrd.).

Limite 2027, X-Datum wohl erst später

Wann es eng wird, ist umstritten. Das Bipartisan Policy Center, eine Denkfabrik in Washington, rechnete im Juni damit, dass die Limite zwischen dem späten Winter und dem Hochsommer 2027 erreicht wird. Danach könne das Finanzministerium mit Sondermassnahmen noch sechs bis neun Monate Zeit gewinnen. Der kritische Tag, an dem die Regierung nicht mehr alle Rechnungen zahlen kann, das sogenannte X-Datum, könnte sich laut der Denkfabrik bis Anfang 2028 verschieben. Lou Crandall vom Analysehaus Wrightson ICAP schätzte im September grob, die Limite werde um Februar oder März erreicht, das X-Datum folge Ende 2027 oder Anfang 2028.

Unsicher sind die Berechnungen unter anderem wegen der Militärausgaben im Iran-Krieg und wegen Gerichtsurteilen zu den Zöllen. Die Denkfabrik mahnte den Kongress, früh zu handeln. Eine Verzögerung könne die Finanzierungskosten erhöhen und eine Herabstufung der Kreditwürdigkeit riskieren.

Abschaffen oder verhandeln?

Politisch ist die Lage ungewöhnlich. Präsident Donald Trump forderte im Juni auf seiner Plattform Truth Social, die Obergrenze ganz abzuschaffen, und stellte sich damit gegen die Mehrheit seiner Partei. Auch der Demokrat Brendan Boyle, der ranghöchste Vertreter seiner Partei im Haushaltsausschuss des Repräsentantenhauses, will laut dem Magazin Time keiner weiteren kurzfristigen Erhöhung zustimmen, sondern nur noch einer dauerhaften Reform. Das Weisse Haus wollte sich dazu nicht äussern.

Skeptisch zeigt sich Nigel Green, Chef des Finanzberaters deVere. Er sagte gegenüber London Business News sinngemäss, Anleihenanleger würden die politische Blockade zunächst begrüssen. Ein Kompromiss dürfte aber für beide Seiten teuer werden und das Defizit erhöhen. Geldgeber würden dann für lange US-Laufzeiten mehr Zins verlangen.

Bereits heute ist die Zinslast hoch: Laut Roll Call dürften die Nettozinskosten in diesem Jahr 1000 Mrd. Dollar (CHF 820 Mrd.) übersteigen. Die Rendite zehnjähriger US-Staatsanleihen lag am Mittwoch bei rund 4,9 %, jene der dreissigjährigen bei rund 5,3 %.

Quellen

  1. Wall Street Girding for US Debt Ceiling Showdown in 2027 (04.11.2026, nur Kurzfassung gelesen) – Bloomberg
  2. ‘Unsustainable’ fiscal path, debt limit fight awaits Congress (09.09.2026) – Roll Call
  3. US Set to Hit Debt Ceiling by Mid-2027, DC Think Tank Says (04.06.2026) – Bloomberg Government
  4. A Debt Ceiling Fight Looms in 2027. Could a Democratic Congress Make it the Last One? (23.09.2026) – Time
  5. US midterms could trigger Treasury rally before debt crisis sends borrowing costs soaring (03.11.2026) – London Business News

Dieser Artikel wurde mit KI-Unterstützung aus den genannten Quellen recherchiert und in eigenen Worten verfasst. Er dient der Information und ist keine Anlageberatung.