Westpac verdient 6,8 Mrd. Austral-Dollar (CHF 3,9 Mrd.) und rechnet bis 2027 mit hohen Zinsen
Die australische Grossbank Westpac hat im Geschäftsjahr 2026 leicht weniger verdient als im Vorjahr. Die Zinsmarge schrumpft, die Kreditrückstellungen steigen. Konzernchef Anthony Miller erwartet, dass die Zinsen bis ins Jahr 2027 erhöht bleiben.
Westpac hat am Montag, 2. November (Ortszeit Sydney), die Zahlen für das Ende September abgelaufene Geschäftsjahr vorgelegt. Der ausgewiesene Reingewinn sank um 1 % auf 6,8 Mrd. Australische Dollar (CHF 3,9 Mrd.). Ohne Sondereffekte blieb der Gewinn mit knapp 7,0 Mrd. Australischen Dollar (CHF 4,1 Mrd.) praktisch unverändert. Laut der Nachrichtenagentur Bloomberg lag das Ergebnis unter den Schätzungen der Analysten.
Mehr Kredite, aber schmalere Marge
Das Geschäftsvolumen wuchs kräftig. Die Kundeneinlagen stiegen um 6 %, die Ausleihungen um 5 %. Besonders gefragt waren Firmenkredite: Im Geschäft mit kleineren und mittleren Unternehmen legten die Kredite um 12 % zu, im institutionellen Geschäft mit Grosskunden sogar um 18 %. Der Gewinn vor Kreditrückstellungen erhöhte sich um 4 % auf 10,9 Mrd. Australische Dollar (CHF 6,3 Mrd.), auch weil die Kosten leicht sanken.
Belastend wirkte die Nettozinsmarge, also die Differenz zwischen Kredit- und Einlagezinsen im Verhältnis zu den verzinslichen Aktiven. Sie fiel von 1,94 % auf 1,87 %. Zudem stiegen die Wertberichtigungen auf Kredite auf mehr als das Doppelte, von 424 Mio. auf 864 Mio. Australische Dollar (CHF 501 Mio.). Westpac begründet dies mit der wirtschaftlichen und geopolitischen Unsicherheit und hat zusätzliche Reserven für energieintensive Branchen und für Anbieter von nicht lebensnotwendigem Konsum gebildet. Schwach lief das Neuseeland-Geschäft, dessen Gewinn vor Rückstellungen um 12 % zurückging.
Dividende leicht höher, Kapital komfortabel
Die Aktionäre erhalten eine Schlussdividende von 77 Cent je Aktie (CHF 0,45). Für das ganze Jahr sind es 154 Cent (CHF 0,89), 1 % mehr als im Vorjahr. Die harte Kernkapitalquote (CET1) liegt bei 12,5 % und damit deutlich über dem eigenen Ziel von 11,25 %. Das entspricht laut Bank einem Kapitalpolster von 2,9 Mrd. Australischen Dollar (CHF 1,7 Mrd.) nach Auszahlung der Dividende.
Miller bezeichnete die australische Wirtschaft als vergleichsweise robust, vor allem dank hoher Investitionen der Unternehmen. Die Teuerung liege aber über dem Zielband der Notenbank, und die Zinsen dürften bis ins Jahr 2027 hoch bleiben. Das setze vielen Haushalten und Firmen zu. Die Reserve Bank of Australia entscheidet am Dienstag, 3. November, über den Leitzins. Die Commonwealth Bank rechnet mit einer Erhöhung um 0,25 Prozentpunkte auf 4,85 %, es wäre der fünfte Schritt in diesem Jahr. Die um Ausreisser bereinigte Kerninflation lag im dritten Quartal bei 3,7 %.
Quellen
- Westpac 2026 Full Year Result Media Release (02.11.2026) – Westpac / NZX
- CommBank economists forecast November RBA interest rate hike as inflation risks build (28.10.2026) – Commonwealth Bank of Australia
- Westpac stock faces FY26 results on Monday after rate debate (01.11.2026) – ad-hoc-news.de
Dieser Artikel wurde mit KI-Unterstützung aus den genannten Quellen recherchiert und in eigenen Worten verfasst. Er dient der Information und ist keine Anlageberatung.