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Nexperia-Streit eskaliert: Wingtech nennt Umbauplan eine Enteignung und wehrt sich gegen Milliardenklage

4. November 2026, 11:25 Uhr · 2 Min. Lesezeit · Redaktion TVinvestment

Der chinesische Eigentümer Wingtech lehnt den Umbauplan für den niederländischen Chiphersteller Nexperia ab und spricht von Enteignung. Zugleich weist er eine Klage über 2 Mrd. Dollar (CHF 1,6 Mrd.) zurück. Der Konflikt hatte 2025 bereits Engpässe bei Autobauern ausgelöst.

Der Streit um Nexperia, einen wichtigen Lieferanten einfacher Halbleiter für die Autoindustrie, hat diese Woche zwei neue Stufen erreicht. Am 3. November wurde die Klage von Nexperia gegen den eigenen Mutterkonzern bekannt. Am 4. November wies die in Shanghai kotierte Wingtech Technology sowohl diese Klage als auch einen Umbauplan zurück.

Der Plan: Trennung in China und den Rest

Nach Darstellung der Global Times, einer chinesischen Staatszeitung, schlagen die von einem niederländischen Gericht eingesetzten Verwalter Folgendes vor: Wingtech behält Eigentum und Kontrolle am China-Geschäft. Die übrigen Aktivitäten gehen mehrheitlich an externe Investoren, Wingtech bliebe dort nur eine Minderheit. Der Konzern bezeichnet das als Enteignung seiner Investition. Die Verwalter hätten eine Rückkehr zur Mehrheit nie ernsthaft geprüft und diskriminierten chinesische Investoren aus geopolitischen Motiven. Gesprächsbereit bleibe man, einer Lösung ohne eigene Zustimmung werde man aber nicht zustimmen.

Klagen auf beiden Seiten

Nexperia klagt in Amsterdam gegen Wingtech, Gründer Zhang Xuezheng und zwei chinesische Gesellschaften. Der Vorwurf: Die chinesischen Einheiten hätten interne Abmachungen verletzt und eine eigene, konkurrierende Lieferkette aufgebaut. Gefordert werden laut einer Wingtech-Meldung an die Börse Shanghai 2 Mrd. Dollar (CHF 1,6 Mrd.) plus Zinsen. Nexperia selbst nannte gegenüber Reuters keinen Betrag. Wingtech nennt die Vorwürfe einseitig und sagt, die Klageschrift sei noch nicht zugestellt worden.

Der Konzern ging im Mai seinerseits in China gegen Nexperia-Gesellschaften vor und fordert 8 Mrd. Yuan (CHF 980 Mio.). Im August fror ein chinesisches Gericht Vermögen von bis zu 2,14 Mrd. Yuan (CHF 263 Mio.) ein. Neu untersagt ein Gericht in Dongguan sechs Beteiligten, Anteile an Nexperia zu verkaufen, zu übertragen oder zu verwässern. Das erschwert jeden Umbau zusätzlich.

Warum die Autoindustrie hinschaut

Der Konflikt begann im Oktober 2025, als die Unternehmenskammer in Amsterdam Zhang als Chef suspendierte und fast alle Stimmrechte von Wingtech einem unabhängigen Verwalter übertrug. China beschränkte darauf vorübergehend die Ausfuhr von Chips aus dem Werk Dongguan, was bei Autobauern zu Engpässen führte. Die Lieferungen liefen nach Gesprächen der Regierungen wieder an. Nexperia beschäftigt laut NL Times über 12 500 Personen und liefert jährlich über 110 Milliarden Produkte.

Quellen

  1. Wingtech rejects allegations in Nexperia's $2 billion lawsuit, vows to mount legal defense if case formally proceeds (04.11.2026) – Global Times
  2. Nijmegen based Nexperia sues Chinese parent company Wingtech for more than $2 billion (03.11.2026) – NL Times
  3. Nexperia sues Wingtech and its founder, demanding compensation for damages (03.11.2026) – Reuters via The Star
  4. Wingtech rejects Nexperia restructuring, cites 'discrimination' towards Chinese investors (04.11.2026) – South China Morning Post via BizToc

Dieser Artikel wurde mit KI-Unterstützung aus den genannten Quellen recherchiert und in eigenen Worten verfasst. Er dient der Information und ist keine Anlageberatung.