Bewertungsgewinn
Auch gesucht als: Neubewertung, Aufwertungsgewinn, Fair Value, Bewertungsverlust, Revaluation Gain
- 🇬🇧 Englisch
- revaluation gain / fair value gain
- 🇫🇷 Französisch
- gain de réévaluation
- 🇮🇹 Italienisch
- utile da rivalutazione
Ein Bewertungsgewinn entsteht, wenn ein Vermögenswert in der Bilanz höher bewertet wird als zuvor, ohne dass er verkauft wurde. Der Gewinn steht also nur auf dem Papier.
Nach Rechnungslegungsstandards wie IFRS dürfen oder müssen bestimmte Positionen zum aktuellen Marktwert (Fair Value) bilanziert werden, etwa Renditeliegenschaften, Wertschriften oder Derivate. Steigt dieser Wert, verbucht das Unternehmen einen Bewertungsgewinn, sinkt er, einen Bewertungsverlust. Je nach Position fliesst die Veränderung direkt in die Erfolgsrechnung oder wird zunächst im Eigenkapital erfasst. Geld fliesst dabei keines: Erst ein Verkauf würde den Gewinn realisieren.
Besonders wichtig sind Bewertungseffekte bei Schweizer Immobiliengesellschaften wie Swiss Prime Site oder PSP Swiss Property. Sie weisen ihre Resultate darum oft zusätzlich «ohne Neubewertungseffekte» aus, damit das operative Geschäft sichtbar wird. Auch das Ergebnis der Nationalbank hängt stark von Bewertungsgewinnen und -verlusten auf ihren Devisenreserven ab. Für Anleger gilt: Ein hoher Gewinn, der vor allem aus Neubewertungen stammt, ist weniger nachhaltig als ein Gewinn aus dem laufenden Geschäft.
Allgemeine Erklärung, keine Anlageberatung.