Produkthaftung
Auch gesucht als: Produkthaftpflicht, Haftungsrisiken, Produktehaftpflichtgesetz, PrHG, Product Liability
- 🇬🇧 Englisch
- product liability
- 🇫🇷 Französisch
- responsabilité du fait des produits
- 🇮🇹 Italienisch
- responsabilità per danno da prodotti
Produkthaftung bedeutet, dass ein Hersteller für Schäden haftet, die ein fehlerhaftes Produkt an Personen oder privaten Sachen verursacht – in der Regel auch dann, wenn ihn kein Verschulden trifft.
In der Schweiz ist die Produkthaftung im Produktehaftpflichtgesetz (PrHG) geregelt, das sich an der europäischen Richtlinie orientiert. Als fehlerhaft gilt ein Produkt, wenn es nicht die Sicherheit bietet, die man berechtigterweise erwarten darf. Haften kann neben dem Hersteller auch der Importeur. Der Geschädigte muss den Fehler, den Schaden und den Zusammenhang beweisen, nicht aber ein Verschulden. Viele Unternehmen versichern sich mit einer Produkthaftpflichtversicherung gegen solche Ansprüche.
Für Anleger sind Produkthaftungsrisiken vor allem in der Pharma-, Medizinaltechnik-, Chemie-, Auto- und Lebensmittelbranche wichtig. In den USA können daraus jahrelange Massenverfahren mit Tausenden von Klägern und hohen Vergleichssummen entstehen, etwa bei Medikamenten, Unkrautvernichtern oder Implantaten. Solche Verfahren belasten über Rückstellungen das Ergebnis und können den Aktienkurs stark drücken. Ein Produktrückruf verursacht zudem direkte Kosten und kann das Vertrauen in eine Marke dauerhaft schädigen.
Allgemeine Erklärung, keine Anlageberatung.