Qualifiziertes Steuervergehen
Auch gesucht als: Steuerbetrug, Vortat Geldwäscherei, schwerer Steuerbetrug, Serious Tax Offence, Art. 305bis StGB
- 🇬🇧 Englisch
- qualified tax offence
- 🇫🇷 Französisch
- délit fiscal qualifié
- 🇮🇹 Italienisch
- delitto fiscale qualificato
Ein qualifiziertes Steuervergehen ist ein schwerer Steuerbetrug bei den direkten Steuern, bei dem pro Steuerperiode mehr als CHF 300'000 an Steuern hinterzogen werden. Seit 2016 gilt es in der Schweiz als Vortat zur Geldwäscherei.
Steuerbetrug setzt voraus, dass zur Täuschung der Steuerbehörden gefälschte, verfälschte oder inhaltlich unwahre Urkunden verwendet werden – etwa manipulierte Bilanzen, Lohnausweise oder Rechnungen. Erreicht der hinterzogene Betrag die Schwelle von CHF 300'000 pro Steuerperiode, wird aus dem Steuerbetrug ein qualifiziertes Steuervergehen. Die Regel geht auf die überarbeiteten Empfehlungen der FATF zurück, die schwere Steuerdelikte als Vortaten verlangen. Bei den indirekten Steuern wie Zöllen oder Mehrwertsteuer gilt bereits der qualifizierte Abgabebetrug als Vortat.
Damit wird Geld aus solchen Steuerdelikten für Banken zu «schmutzigem» Geld: Sie müssen bei Verdacht abklären und gegebenenfalls der Meldestelle für Geldwäscherei melden. Viele Institute verlangen deshalb schon bei der Kontoeröffnung Angaben zur Steuerkonformität der Vermögenswerte. Die einfache Steuerhinterziehung, etwa das blosse Weglassen eines Kontos in der Steuererklärung, fällt nicht darunter. Sie bleibt eine Übertretung und wird mit einer Busse geahndet.
Allgemeine Erklärung, keine Anlageberatung.