Schweiz

ABB-Spartenchef Spencer zum Investment Case: «Nein, natürlich nicht» vorbei

3. November 2026, 19:25 Uhr · 2 Min. Lesezeit · Redaktion TVinvestment

Der Chef der ABB-Antriebssparte weist die Sorge um die Aktie zurück und verweist auf breit abgestützte Geschäfte. Rechenzentren machen bei Motion weniger als 5 % aus. In Indien rechnet Brandon Spencer dieses Jahr mit leichtem Margendruck.

Brandon Spencer leitet bei ABB seit August 2024 die Division Antriebstechnik, die rund 25 % zum Konzernumsatz beiträgt. Im Interview mit cash.ch, das am 3. November erschien und auf einer Medienreise in Bangalore entstand, wurde er direkt gefragt, ob der Investment Case von ABB vorbei sei. Seine Antwort: «Nein, natürlich nicht.» ABB werde weiter wachsen, die Rentabilität steigern und umsetzen, was das Management verspreche.

Der Sparte geht es laut Spencer gut. Der Umsatz wuchs neun Quartale in Folge, zuletzt im dritten Quartal um 9 %. Die Aufträge nehmen seit sechs Quartalen zu. Die Marge liegt bei rund 19 %, also im unteren Teil des Zielkorridors von 18 bis 22 %. Sie soll schrittweise steigen.

Rechenzentren: Klein bei Motion, wichtig im Konzern

Auf das Klumpenrisiko angesprochen, gibt sich Spencer gelassen. Rechenzentren machten im letzten Jahr 9 % des Konzernumsatzes aus, in diesem Jahr rechnet er mit einem Anteil im tiefen zweistelligen Bereich. Bei Motion lag der Wert unter 5 %. Rund 90 % des Geschäfts stammten aus anderen Branchen, sagte er. ABB baue zudem keine Fabriken, die nur auf Rechenzentren ausgerichtet seien.

Wie stark dieser Bereich den Konzern dennoch antreibt, zeigen die Zahlen vom 20. Oktober. Im dritten Quartal stiegen die Bestellungen um 40 % auf den Rekordwert von 12,06 Mrd. Dollar (CHF 9,9 Mrd.), jene aus Rechenzentren um einen dreistelligen Prozentsatz. Der Umsatz legte um 14 % auf 9,7 Mrd. Dollar (CHF 8 Mrd.) zu, die operative Marge erreichte 20,8 %. Auf Nachrichten rund um künstliche Intelligenz habe ABB keinen Einfluss, sagte Spencer dazu.

Indien zahlt sich aus, kostet aber Marge

Indien ist für ABB nach den USA, China und Deutschland der viertgrösste Markt. Die Sparte wächst dort seit zwei Jahren zweistellig und hat Marktanteile gewonnen. Nach starkem Preisdruck in den 18 bis 24 Monaten zuvor habe sich die Lage in den letzten ein bis zwei Quartalen beruhigt, sagte Spencer. Für dieses Jahr erwartet er in Indien dennoch leichten Margendruck, der im Budget eingeplant war.

Bei Zukäufen will Motion wie der Gesamtkonzern jährlich 1 bis 2 % Umsatz hinzugewinnen. Die ABB-Aktie schloss am Dienstag bei 72,50 Franken mit einem Plus von 1,6 %.

Quellen

  1. «Ist der Investment Case ABB vorbei, Herr Spencer?» (03.11.2026) – cash.ch
  2. Q3 2026 results (20.10.2026) – ABB / finanzen.net
  3. ABB sees a massive increase in orders in the third quarter (20.10.2026) – blue News

Dieser Artikel wurde mit KI-Unterstützung aus den genannten Quellen recherchiert und in eigenen Worten verfasst. Er dient der Information und ist keine Anlageberatung.