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Bayer gewinnt ersten Roundup-Prozess nach dem Urteil des Supreme Court: Jury in St. Louis weist Klagen ab

30. Oktober 2026, 02:22 Uhr · 2 Min. Lesezeit · Redaktion TVinvestment

Eine Geschworenenjury in St. Louis hat am Donnerstag die Klagen von drei Frauen gegen die Bayer-Tochter Monsanto einstimmig abgewiesen. Für den Leverkusener Konzern ist es ein wichtiger Erfolg, während ein Richter noch über den geplanten Milliardenvergleich entscheidet.

Die drei Klägerinnen Theresa Aretino, Cynthia Fernandez und Betty Larkin hatten 2020 geklagt. Sie gaben an, den Unkrautvernichter Roundup regelmässig verwendet zu haben und danach an Non-Hodgkin-Lymphomen, einer Form von Lymphdrüsenkrebs, erkrankt zu sein. Fernandez starb noch vor Prozessbeginn, ihre Klage wurde weitergeführt. Die Verhandlung vor einem Gericht des Bundesstaats Missouri hatte am 29. September begonnen. Laut der Nachrichtenagentur Reuters entschied die Jury am 29. Oktober einstimmig zugunsten von Monsanto.

Erster Test nach dem Supreme Court

Der Fall war der erste Roundup-Prozess seit dem Urteil des obersten US-Gerichts vom Juni 2026 im Verfahren Durnell gegen Monsanto. Die Richter hatten mit 7 zu 2 Stimmen entschieden, dass Hersteller von Pflanzenschutzmitteln die von der Umweltbehörde EPA genehmigte Etikette verwenden müssen. Da die EPA keinen Krebshinweis verlangt, sind Klagen wegen fehlender Warnung seither blockiert. Die Anwälte der Klägerinnen stützten sich deshalb auf andere Argumente: Roundup sei fehlerhaft konstruiert, ungenügend getestet und zu gefährlich für den Verkauf. Bayer hält auch solche Klagen durch das Urteil für ausgeschlossen, die Gegenseite bestreitet das.

Bill Dodero, Chefjurist von Bayer in den USA, sagte gegenüber Reuters sinngemäss, das Urteil sende ein starkes Signal: Kläger würden es nach dem Durnell-Entscheid schwer haben, tragfähige Ansprüche zu belegen. Bayer bestreitet die Vorwürfe und verweist auf jahrzehntelange Studien, wonach der Wirkstoff Glyphosat sicher sei und keinen Krebs verursache. Die Anwälte der Klägerinnen äusserten sich zunächst nicht.

Milliardenvergleich wartet auf den Richter

Bayer sieht sich in den USA noch mit rund 65 000 Roundup-Klagen vor Gerichten der Bundesstaaten und des Bundes konfrontiert. Der Konzern will fast alle bestehenden und künftigen Ansprüche mit einem Sammelvergleich über 7,25 Mrd. Dollar (CHF 5,9 Mrd.) erledigen, der über mehrere Jahre gestaffelt ausbezahlt würde. Die Anhörung zur endgültigen Genehmigung fand am 14. September statt, der zuständige Richter Timothy Boyer hat noch nicht entschieden. Mehrere Kanzleien wehren sich, weil die Zahlungen die Ansprüche aus ihrer Sicht zu tief bewerten. Die drei Klägerinnen von St. Louis machen beim Vergleich nicht mit.

Ein erster Vergleich um 2020 hatte bereits rund 100 000 Fälle für etwa 10 bis 11 Mrd. Dollar (CHF 8,2 bis 9,0 Mrd.) beigelegt. Seit der Übernahme von Monsanto im Jahr 2018 haben die Rechtsstreitigkeiten Bayer Milliarden gekostet und den Aktienkurs stark belastet. Zusätzlich überprüft die EPA die Sicherheit von Glyphosat, das Ergebnis wird bis Ende 2026 erwartet.

Quellen

  1. Bayer wins Roundup weedkiller cancer trial while awaiting settlement ruling (30.10.2026) – Reuters via Devdiscourse
  2. Bayer Faces Trial Test of Remaining Roundup Claims After Supreme Court Win (01.10.2026) – Insurance Journal (Reuters)
  3. Bayer Faces New Missouri Roundup Trial While $7.25 Billion Settlement Awaits Judge's Ruling (03.10.2026) – Global Agriculture

Dieser Artikel wurde mit KI-Unterstützung aus den genannten Quellen recherchiert und in eigenen Worten verfasst. Er dient der Information und ist keine Anlageberatung.