Deutsche Inflation sinkt im Oktober auf 2,8 %: Tankrabatt drückt die Rate, Ökonomen sehen keine Entwarnung
Die Teuerung in Deutschland ist im Oktober stärker gesunken als erwartet: von 3,3 % auf 2,8 %. Grund ist vor allem die befristete Steuersenkung auf Benzin und Diesel. Ökonomen erwarten, dass die Rate zum Jahreswechsel wieder anzieht.
Das Statistische Bundesamt meldete am 30. Oktober nach einer ersten Schätzung eine Inflationsrate von 2,8 % gegenüber dem Vorjahresmonat. Im September waren es noch 3,3 % gewesen, der höchste Wert seit Dezember 2023. Volkswirte hatten für Oktober mit 3,0 % gerechnet. Gegenüber dem Vormonat fielen die Verbraucherpreise um 0,2 %. Der für die Europäische Zentralbank massgebliche harmonisierte Index (HVPI) stieg ebenfalls um 2,8 %.
Energie bleibt der grösste Preistreiber
Energie kostete im Oktober 12,2 % mehr als ein Jahr zuvor. Im September hatte der Anstieg noch bei knapp 15 % gelegen. Seit Ende Februar treibt der Konflikt zwischen den USA und dem Iran die Preise für Öl und Gas nach oben. Nahrungsmittel verteuerten sich laut der Nachrichtenagentur dpa-AFX nur um 0,4 %, Dienstleistungen um 2,5 %. Die Kernrate ohne Energie und Nahrungsmittel sank nach Berechnungen der Commerzbank von 2,4 % auf 2,1 %.
Entscheidend für den Rückgang ist der Tankrabatt. Seit dem 1. Oktober ist die Energiesteuer auf Benzin und Diesel um rund 14 Cent (CHF 0,13) je Liter gesenkt, inklusive Mehrwertsteuer sind es laut der Regierung bis zu 17 Cent (CHF 0,16). Die Massnahme gilt bis Ende Jahr. Die Bundesbank erwartet, dass die Teuerung zu Jahresbeginn 2027 merklich steigt, wenn der Rabatt ausläuft.
Was die Zahlen für die EZB bedeuten
Commerzbank-Chefvolkswirt Jörg Krämer rechnet damit, dass die Inflation um die Jahreswende wieder über 3 % liegt. Thomas Gitzel, Chefvolkswirt der VP Bank, verweist auf den anhaltenden Druck bei Import-, Grosshandels- und Erzeugerpreisen. Durchatmen sei noch nicht angebracht, sagte er.
Bei der Geldpolitik gehen die Meinungen auseinander. Carsten Brzeski von der ING sieht die vorsichtigen Stimmen im EZB-Rat gestärkt, weil noch keine Zweitrundeneffekte sichtbar seien, also keine breite Weitergabe höherer Kosten an Löhne und andere Preise. Helaba und KfW Research rechnen dagegen weiterhin mit einer Zinserhöhung im Dezember. Der Markt preist eine solche laut Helaba mehrheitlich ein. Die EZB hatte ihren Einlagensatz am 29. Oktober bei 2,50 % belassen, nachdem sie die Zinsen in diesem Jahr bereits zweimal angehoben hatte. Im Euroraum lag die Teuerung im September bei 3,8 %.
Die endgültigen Zahlen für Oktober veröffentlicht das Statistische Bundesamt am 11. November.
Quellen
- Inflationsrate im Oktober 2026 voraussichtlich +2,8 % (30.10.2026) – Statistisches Bundesamt (via Presseportal)
- ROUNDUP 2: Tankrabatt dämpft Inflation - aber noch keine Entwarnung (30.10.2026) – dpa-AFX (via onvista)
- Ökonomen-Stimmen zum deutlichen Rückgang der Inflation in Deutschland (30.10.2026) – finanzen.at / dpa-AFX
- Deutsche Inflationsrate sinkt deutlich auf 2,8 Prozent - Tankrabatt wirkt (30.10.2026) – cash.ch / Reuters
Dieser Artikel wurde mit KI-Unterstützung aus den genannten Quellen recherchiert und in eigenen Worten verfasst. Er dient der Information und ist keine Anlageberatung.