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Kolumbien warnt vor Zahlungsausfall 2027: Regierung wirbt für Sparpaket mit höherer Mehrwertsteuer

2. November 2026, 00:24 Uhr · 2 Min. Lesezeit · Redaktion TVinvestment

Ohne ein grosses Spar- und Steuerpaket droht Kolumbien laut Vizepräsident José Manuel Restrepo 2027 der Zahlungsausfall. Die Regierung will das Gesetz noch vor Jahresende durch den Kongress bringen.

Kolumbiens Regierung schlägt Alarm. In Interviews mit der Zeitschrift Semana und der Zeitung El Tiempo, die am 1. November erschienen, warnten Vizepräsident José Manuel Restrepo und Finanzminister Miguel Gómez Martínez vor einem Staatsbankrott. Komme das sogenannte Gesetz zur wirtschaftlichen Rettung bis Ende 2026 nicht voran, gerate das Land im nächsten Jahr in den Zahlungsausfall, sagte Restrepo sinngemäss. Dann würden auch Löhne im Staatsdienst und öffentliche Programme gefährdet. Auch Bloomberg griff die Warnung auf.

Ein Loch von bis zu 90 000 Milliarden Pesos

Die Regierung von Präsident Abelardo de la Espriella hatte die Vorlage am 29. Oktober im Repräsentantenhaus eingereicht. Laut Gómez muss ein Defizit von 80 000 bis 90 000 Milliarden Pesos (CHF 20 bis 23 Mrd.) finanziert werden. Restrepo machte die Vorgängerregierung verantwortlich: Die Staatsschulden seien von rund 800 Billionen auf 1200 Billionen Pesos (von CHF 204 Mrd. auf CHF 306 Mrd.) gestiegen, die Zinslast habe sich verdoppelt. Der Finanzminister will das ordentliche Verfahren durchlaufen, schliesst aber einen Dringlichkeitsantrag nicht aus. Mit dem Internationalen Währungsfonds habe man in den letzten Wochen über die Tragfähigkeit der Staatsfinanzen gesprochen.

Sparen beim Staat, mehr Steuern für Gutverdienende

Rund 70 % der Sanierung sollen aus dem Staatsapparat kommen. Die Ausgaben für externe Dienstleistungsverträge will die Regierung 2027 halbieren, staatliche Einkäufe sollen nicht stärker als die Teuerung wachsen. Zudem sollen Boote, Flugzeuge, Einkaufszentren und Wohnungen aus Staatsbesitz verkauft werden. Die restlichen 30 % sollen vor allem einkommensstärkere Gruppen tragen.

Umstritten ist die Mehrwertsteuer: Grundnahrungsmittel wie Kaffee, Zucker, Öl und Teigwaren, heute steuerfrei oder mit 5 % belastet, sollen künftig dem Normalsatz von 19 % unterliegen. Im Gegenzug sollen ab 2028 rund 19 Millionen Menschen die bezahlte Mehrwertsteuer vollständig und 16,5 Millionen bis zur Hälfte zurückerhalten. Die Steuerbefreiung für kleine Onlinebestellungen bei Temu, Shein oder Amazon soll fallen. Die Gewinnsteuer für Unternehmen sinkt dagegen von 35 % auf 33 % im Jahr 2027 und auf 31 % ab 2028. Die Zusatzsteuer für den Finanzsektor bleibt bis 2030. Gómez stellte das Paket als die gerechteste Steuerreform in der Geschichte des Landes dar und warnte bei einem Scheitern vor einer Krise wie in Venezuela.

Quellen

  1. «Sin reforma, Colombia entrará en default en 2027»: la advertencia del vicepresidente y del ministro de Hacienda (01.11.2026) – Semana
  2. Vicepresidente José Manuel Restrepo y el ministro de Hacienda defendieron la ley de rescate fiscal (01.11.2026) – Infobae
  3. Gobierno advierte que Colombia podría entrar en default en 2027 si no se aprueba la Ley de Rescate Económico (01.11.2026) – El Diario
  4. Colombia Is at Risk of Default Without Fiscal Fix, Restrepo Says (01.11.2026) – Bloomberg

Dieser Artikel wurde mit KI-Unterstützung aus den genannten Quellen recherchiert und in eigenen Worten verfasst. Er dient der Information und ist keine Anlageberatung.