Serbiens Alta Bank im Konkurs: Besitzer soll 380 Mio. Euro (CHF 348 Mio.) entnommen haben
Wenige Tage nach der Wahlniederlage der Regierungspartei SNS hat Serbien die Alta Bank geschlossen. Besitzer Davor Macura steht im Verdacht, Geld aus dem Tresor geholt zu haben. Der Fall erreicht auch Nordmazedonien und Montenegro.
Die serbische Nationalbank hat Ende Oktober der privaten Alta Bank die Lizenz entzogen. Am 3. November eröffnete das Handelsgericht in Belgrad das Konkursverfahren. Kunden eilten laut Medienberichten zu Filialen und Bankomaten. Die Notenbank begründete den Schritt mit dem Schutz der Einleger und der Stabilität des Finanzsystems. Die Liquidität habe sich deutlich verschlechtert.
Am 2. November wurde Besitzer Davor Macura festgenommen, zusammen mit zwei Angestellten. Die Staatsanwaltschaft verdächtigt ihn, 45 Mrd. Dinar, umgerechnet rund 380 Mio. Euro (CHF 348 Mio.), aus dem Tresor der Bank entfernt zu haben. Es handelt sich um einen Vorwurf, nicht um ein Urteil. Seine Anwälte erklärten, er habe bei der Durchsuchung voll kooperiert. Ermittelt wird auch zu Geldflüssen ins Ausland und zu Mitarbeitenden der Nationalbank.
Zusammenbruch nach der Wahl
Die Bank galt laut lokalen Medien als der Partei SNS von Aleksandar Vucic nahe. Diese verlor die Parlamentswahl vom 25. Oktober gegen eine Studentenliste. Laut dem Portal European Western Balkans bemerkten Angestellte schon am 27. Oktober grosse Abflüsse zu anderen Banken. Die frühere Notenbankchefin Kori Udovicki kritisierte, die Nationalbank habe eine Woche verloren, in der sie den Transfer ins Ausland hätte begrenzen können.
Beachtung verdient auch die Vorgeschichte: 2024 stoppte die Europäische Zentralbank den Versuch von Macuras Alta Group, 20 % an der österreichischen Addiko Group zu erwerben. Sie zweifelte unter anderem an den Kontrollen gegen Geldwäscherei und an der Herkunft der Mittel.
Einlagensicherung greift bis 50 000 Euro
Gesichert sind Einlagen bis 50 000 Euro (CHF 45 800) von Privatpersonen, Selbstständigen und kleinen Firmen. Die Agentur für Einlagensicherung ist Konkursverwalterin, ausbezahlt wird über die Banka Poštanska štedionica. Die Zahlungen müssen innerhalb von sieben Werktagen beginnen, den genauen Termin wollte die Agentur bis zum 6. November nennen. Ihr Fonds reiche für alle gesicherten Beträge aus.
Jenseits der Grenze griffen die Behörden ebenfalls ein. Nordmazedoniens Notenbank stellte die dortige Tochter unter vorübergehende Verwaltung und begrenzte Barbezüge auf 160 Euro (CHF 146) pro Woche. Montenegro schloss den Zahlungsdienstleister Alta Pay. Mit rund 3 % Marktanteil ist Alta in Serbien jedoch kein Schwergewicht. Der serbische Bankenverband sprach von einem Einzelfall.
Quellen
- Owner of private Serbian bank detained and accused of siphoning money (02.11.2026) – La Nación
- Serbia revokes license of bank tied to ousted ruling party (31.10.2026) – Hürriyet Daily News
- How did an SNS-linked bank collapse after the party's fall from power? (03.11.2026) – European Western Balkans
- Pokrenut stečaj Alta banke: Poštanska štedionica isplaćivaće njene deponente (03.11.2026) – N1
- Serbia detains Alta Bank owner Davor Macura (02.11.2026) – Meduza
Dieser Artikel wurde mit KI-Unterstützung aus den genannten Quellen recherchiert und in eigenen Worten verfasst. Er dient der Information und ist keine Anlageberatung.