Uniqlo krebst bei den Socken zurück: Wie Japan nach Jahrzehnten der Deflation mit steigenden Preisen ringt
Die Kleiderkette Uniqlo wollte ihre beliebten Sockenpakete abschaffen und machte nach wenigen Tagen einen Rückzieher. Der Fall zeigt, wie empfindlich Japans Konsumenten auf Preiserhöhungen reagieren, obwohl die Teuerung inzwischen über 2 % liegt.
Am 16. Oktober kündigte Uniqlo an, ab dem 10. November die Sockenpakete zu streichen. Drei Paar Socken für 990 Yen (CHF 5,20) sollte es nicht mehr geben, einzelne Paare der bunten Linie sollten statt 290 Yen (CHF 1,50) neu 390 Yen (CHF 2,05) kosten. Das ist ein Aufschlag von gut einem Drittel. Als Gründe nannte das Unternehmen höhere Kosten für Rohstoffe und Logistik sowie den schwachen Yen. Konzernchef Tadashi Yanai sagte laut dem Sender KAB sinngemäss, Uniqlo könne sich als einzige Firma nicht vor Preiserhöhungen drücken.
Rückzieher nach elf Tagen
Am 27. Oktober nahm Uniqlo den Entscheid zurück. Socken seien ein unverzichtbares Gut des täglichen Lebens, begründete die Kette und entschuldigte sich für die Verwirrung. Die Pakete bleiben zu den bisherigen Preisen. Andere Erhöhungen gelten aber weiter: Für zehn Artikel, darunter Jacken und Hosen der Linie Kando, steigen die Preise am 10. November.
Die Episode trifft einen wunden Punkt. Während der langen Deflation, also einer Phase sinkender Preise, gewöhnten sich die Japaner an stabile oder fallende Preise. Diese Zeit ist vorbei. Ein Cheeseburger kostet laut KAB inzwischen 240 Yen (CHF 1,26), eine Schale Rindfleisch-Reis bei Matsuya 480 Yen (CHF 2,51). Ramen kosten oft rund 1000 Yen (CHF 5,24). Der Konsumanalyst Hiroaki Watanabe sagte, die Spielräume der Firmen zum Sparen seien weitgehend ausgeschöpft.
Teuerung über dem Ziel der Notenbank
Die Konsumentenpreise in Japan stiegen im September um 2,1 % gegenüber dem Vorjahr, nach 1,9 % im August. Ohne frische Lebensmittel und Energie betrug die Teuerung 2,4 %. Die Bank of Japan erklärte ihr Inflationsziel am 30. Oktober für erreicht, liess den Leitzins aber bei 1,25 %.
Für Fast Retailing, die Muttergesellschaft von Uniqlo, ist Japan ein schwieriger Markt geworden. Im Geschäftsjahr bis Ende August stieg der Betriebsgewinn zwar um rund 32 % auf 743 Mrd. Yen (CHF 3,9 Mrd.). Das Wachstum kommt aber vor allem aus dem Ausland. Zum Heimmarkt sagte das Management, der schwache Yen erschwere die Lage und verteuere die Importe. Für das laufende Jahr erwartet der Konzern 830 Mrd. Yen (CHF 4,3 Mrd.) Betriebsgewinn.
Quellen
- ユニクロ、靴下のまとめ売り廃止を撤回 (27.10.2026) – Fashionsnap
- 安さの象徴が変わる ユニクロ靴下3足990円終了 (20.10.2026) – KAB Kumamoto Asahi Broadcasting
- Japan September 2026 headline CPI 2.1% y/y (22.10.2026) – investingLive
- Uniqlo operator Fast Retailing posts 32% rise in profit, beats forecasts (08.10.2026) – The Star (Reuters)
Dieser Artikel wurde mit KI-Unterstützung aus den genannten Quellen recherchiert und in eigenen Worten verfasst. Er dient der Information und ist keine Anlageberatung.