Virgin Media O2 will Tausende Stellen streichen: 22 Mrd. Pfund (CHF 24 Mrd.) Schulden drücken
Der britische Telekomkonzern Virgin Media O2 bereitet laut Medienberichten den Abbau von bis zu 4000 Stellen vor, rund einem Viertel der Belegschaft. Hinter dem Sparprogramm stehen hohe Schulden und Kundenverluste. Details dürften am Dienstag mit den Quartalszahlen folgen.
Virgin Media O2 (VMO2) beschäftigt in Grossbritannien rund 16 000 Personen. Nach Berichten britischer Medien vom 31. Oktober und 1. November könnten bis zu 4000 Stellen wegfallen. Betroffen wären vor allem Funktionen ohne direkten Kundenkontakt, zudem wird offenbar die Führungsstruktur umgebaut. Die Gewerkschaften CWU und Prospect sollen bereits informiert worden sein. Das Unternehmen selbst wollte die Zahlen nicht kommentieren. Weitere Einzelheiten werden mit dem Ergebnis zum dritten Quartal am Dienstag, 3. November, erwartet.
Schuldenberg und schrumpfende Kundenbasis
VMO2 entstand im Juni 2021 aus der Fusion von Virgin Media und O2 UK, die damals mit 31 Mrd. Pfund (CHF 34 Mrd.) bewertet wurde. Das Gemeinschaftsunternehmen gehört je zur Hälfte Liberty Global und der spanischen Telefónica. Die Schulden sind seither von rund 18 Mrd. Pfund (CHF 19,9 Mrd.) auf etwa 22 Mrd. Pfund (CHF 24,3 Mrd.) gestiegen. Höhere Zinsen verteuern den Schuldendienst spürbar.
Gleichzeitig verliert der Konzern Breitbandkunden an kleinere Glasfaseranbieter. In den 18 Monaten bis Juni 2026 waren es laut dem Finanzportal Share Talk über 170 000, es blieben rund 5,42 Millionen. Im Juli fiel eine Anleihe über 925 Mio. Dollar (CHF 763 Mio.) zeitweise auf 57 Cent je Dollar Nennwert, wie das Fachportal ISPreview berichtete. Solche Kurse signalisieren, dass Investoren ein erhöhtes Ausfallrisiko einpreisen.
Eigentümer suchen 600 Mio. Pfund Einsparungen
Bereits im September hatte die Financial Times berichtet, Liberty Global und Telefónica wollten die Kosten um rund 600 Mio. Pfund (CHF 663 Mio.) senken, über Stellenabbau und tiefere Investitionen. Auch eine Kürzung der jährlichen Dividende von 200 Mio. Pfund (CHF 221 Mio.) an die beiden Eigentümer stand zur Debatte. Zusätzlich belastet die geplante Übernahme des Glasfaseranbieters Netomnia für 2 Mrd. Pfund (CHF 2,2 Mrd.) den freien Mittelzufluss. Die britische Wettbewerbsbehörde CMA prüft den Kauf, ein Entscheid wird im Dezember erwartet.
Liberty Global-Chef Mike Fries hatte im Frühjahr gewarnt, ohne grünes Licht für Netomnia könnte der Ausbau neuer Glasfasernetze gebremst werden. Auch die Konkurrenten BT und VodafoneThree bauen Personal ab. Die britische Telekombranche steht damit insgesamt unter Kostendruck.
Quellen
- Virgin Media O2 prepares to cut 4,000 jobs as £22bn debt pile drives major restructuring (01.11.2026) – Share Talk
- Virgin Media O2 faces thousands of potential job loses in restructuring (01.11.2026) – Technology Reseller
- Virgin Media O2 to slash thousands of jobs in cost-cutting plan (31.10.2026) – Mirror / AOL
- Shareholders of Virgin Media O2 UK Reportedly Target £600m in Cost Cuts (11.09.2026) – ISPreview
- Sunrise: Führender Herausforderer im Schweizer Telekommarkt erscheint wieder bei SIX Swiss Exchange (15.11.2024) – SIX Group
Dieser Artikel wurde mit KI-Unterstützung aus den genannten Quellen recherchiert und in eigenen Worten verfasst. Er dient der Information und ist keine Anlageberatung.