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Commerzbank: Union Investment, Deka und DWS verkaufen Aktien, bevor Unicredit die Kontrolle übernimmt

2. November 2026, 04:25 Uhr · 2 Min. Lesezeit · Redaktion TVinvestment

Die Übernahme der Commerzbank durch Unicredit rückt näher, und grosse deutsche Fondshäuser ziehen sich zurück. Analysten stufen die Aktie ab und warnen vor tieferen Ausschüttungen. Am 5. November legt die Bank ihre Zahlen zum dritten Quartal vor.

Drei der bekanntesten deutschen Fondsgesellschaften haben ihre Beteiligung an der Commerzbank deutlich verkleinert. Das zeigen Zahlen, über die das Handelsblatt am 2. November berichtete. Union Investment hielt Mitte 2025 noch 15 Millionen Aktien, Ende Juli 2026 waren es 5,8 Millionen. Die Deka reduzierte von 9,1 auf 4,9 Millionen Titel (Stand 28. Oktober), die Deutsche-Bank-Tochter DWS von 15,3 auf 11,2 Millionen (Stand 30. Oktober). Begründet haben die drei Häuser die Verkäufe nicht.

Unicredit vor dem Ziel

Hintergrund ist der Vormarsch der italienischen Unicredit. Die Europäische Zentralbank erlaubte Mitte Oktober, dass die Bank die Schwelle von 30 % überschreiten darf. Mit den im Sommer im Rahmen des Angebots angedienten Aktien dürfte der Anteil laut Handelsblatt bis Jahresende auf knapp 50 % steigen. Bringt Unicredit später ihre deutsche Tochter HVB als Sacheinlage ein, könnte der Anteil nach Schätzung von Analysten auf rund 70 % klettern. Medienberichten zufolge soll die EU-Kommission bis zum 16. November über die wettbewerbsrechtliche Prüfung entscheiden. Der deutsche Staat hält rund 13 %.

Unicredit-Chef Andrea Orcel will die Commerzbank in zwei bis drei Jahren mit der HVB verschmelzen. Seine Pläne sehen den Abbau von 7000 Vollzeitstellen in Deutschland und ein deutlich kleineres Auslandsnetz vor. Commerzbank-Chefin Bettina Orlopp lehnt das ab, weil es aus ihrer Sicht Wert vernichtet.

Sorge um die Dividende

Mehrere Analysten haben die Aktie auf «Halten» zurückgestuft, darunter Benjamin Goy von der Deutschen Bank, Anke Reingen von RBC und die britische Barclays. Goy verweist auf erhebliche Umsetzungsrisiken, Reingen hält die Annahmen von Unicredit zu den Kostenvorteilen der Fusion für optimistisch und sieht sogar das Risiko eines Abstiegs aus dem Dax. Investoren rechnen damit, dass die Commerzbank künftig nicht mehr den ganzen Gewinn ausschüttet. Orcel hat angekündigt, dass geplante Investitionen von 2,2 Mrd. Euro (CHF 2 Mrd.) und zusätzliche Kreditrückstellungen von 500 Mio. Euro (CHF 461 Mio.) die Gewinne und Ausschüttungen kurzfristig belasten könnten, auch jene für 2026.

Ein Grossinvestor sagte dem Handelsblatt anonym, mit der Kontrolle durch Unicredit sei die bisherige Anlagestory kaputt. Die Aktie notiert bei rund 37,88 Euro (CHF 34,90), seit Jahresbeginn etwa 5 % höher. Ein von Unicredit beauftragtes KPMG-Gutachten beziffert den fairen Wert auf mindestens 43,24 Euro (CHF 39,80). Der Börsenwert liegt bei rund 41 Mrd. Euro (CHF 38 Mrd.).

Quellen

  1. Commerzbank-Anteilseigner wenden sich ab: «Der Investment-Case ist kaputt» (02.11.2026) – Handelsblatt
  2. Commerzbank Aktie: EZB erlaubt Schwellen-Überschreitung (18.10.2026) – Kapitalmarktexperten
  3. Commerzbank Aktie: Deutsche Bank stuft auf Hold herab (30.09.2026) – Börse Global

Dieser Artikel wurde mit KI-Unterstützung aus den genannten Quellen recherchiert und in eigenen Worten verfasst. Er dient der Information und ist keine Anlageberatung.